Meisterin / Meister

Was ist ein zulassungspflichtiges Handwerk?
Unter einem zulassungspflichtigen Handwerk versteht man Gewerbe, zu deren selbständiger Ausübung in der Regel ein Meisterbrief notwendig ist.

Was ist die so genannte Altgesellenregelung?
Eine Ausübungsberechtigung für ein zulassungspflichtiges Handwerk erhält auch, wer eine Gesellenprüfung in dem betreffenden Handwerk bestanden und in dem Beruf sechs Jahre gearbeitet hat, davon vier Jahre in leitender Stellung.

Was ist ein zulassungsfreies Handwerk?
Ein zulassungsfreies Handwerk kann ohne einen Qualifikationsnachweis, wie den Meisterbrief, selbständig betrieben werden. In diesen Berufen kann jedoch ein Meisterbrief erworben werden.

Was ist ein handwerksähnliches Gewerbe?
Zum handwerksähnlichen Gewerbe zählen in der Regel einfache Tätigkeiten aus dem Bereich des Handwerks, die ohne Meisterbrief selbständig ausgeübt werden können und in denen es auch keine Möglichkeit gibt, einen Meisterbrief zu erwerben.

Was sind nicht-wesentliche Tätigkeiten eines Handwerks?
Nicht wesentliche Tätigkeiten eines Handwerks sind insbesondere solche, die in bis zu drei Monaten erlernt werden können oder die für das betreffende Handwerk nebensächlich sind.

Was ist eine "Zulassung zur Meisterprüfung" und ersetzt sie die Anmeldung an einer Meisterschule?
Um an einer Meisterprüfung teilnehmen zu können, benötigt man vom Prüfungsausschuss der Handwerkskammer eine Zulassung. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Gesellenprüfung im entsprechenden Handwerk oder eine gleichwertige abgeschlossene Ausbildung. Über Ausnahmen entscheidet der jeweilige Prüfungsausschuss unter Beachtung der eingereichten Unterlagen und im Spielraum der gültigen Verordnungen.
Die Anmeldung an einer Meisterschule, egal ob privat oder staatlich, ersetzt nicht den Antrag auf Zulassung zur Prüfung. 

Wie beantrage ich die Zulassung zur Meisterprüfung und welche Unterlagen sind dafür notwendig?
Hier können Sie das Formular herunterladen oder direkt bei der Handwerkskammer abholen. Dem Antrag auf Zulassung ist eine Kopie des Gesellenprüfungszeugnisses beizufügen (bitte keine Originale).

Wie läuft das Zulassungsverfahren genau und wie lange dauert es?
Nachdem der Antrag auf Zulassung vollständig eingegangen ist, wird er dem Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses zur Genehmigung vorgelegt. Dies wird uns durch die Prüfungsordnung vorgegeben. Das Zulassungsverfahren kann bis zu drei Wochen dauern.
Die Zulassung oder eine eventuelle Ablehnung wird Ihnen per Post mitgeteilt.

Wann beginnt der nächste Meistervorbereitungskurs?
Auskunft darüber gibt unser "Meisterfahrplan". 

Kann ich Prüfungsteile auch bei einer anderen Handwerkskammer ablegen?
Theoretisch schon. Hierzu benötigen Sie eine Genehmigung (= Freigabe) unserer Handwerkskammer. Außerdem können Sie sich von einer anderen Handwerkskammer zu Prüfungen bei unserer Kammer freistellen lassen, sofern unser Prüfungsausschuss damit einverstanden ist.
Dies wird im Einzelfall geprüft. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen aber, die Prüfungen vollständig bei einer Kammer abzulegen!

Wann erhalte ich die Einladung zur Meisterprüfung?
Die Einladung zur Meisterprüfung erhalten Sie spätestens 14 Tage vor dem ersten Prüfungstermin mitsamt einem Zeitplan per Post.
Meistens sind unsere Prüfungsausschüsse weit vorher mit der Planung fertig, sodass wir Ihnen die Einladung früher zusenden können.

Wann muss ich die Gebühren meiner Meisterprüfung bezahlen?
Die Meisterprüfungsgebühren sind immer vor Ihrer Prüfung zu überweisen. Parallel zu Ihrer Einladung erhalten Sie einen vorbereiteten Überweisungsträger.
Bitte halten Sie die vorgesehenen Zahlungsfristen ein, da Ihr Vorgang sonst in das automatisierte Mahn- oder Inkassosystem übergeht und für Sie zusätzliche Kosten entstehen könnten.
Die Überweisungsbelege / Quittungen werden stichprobenartig von Prüfern oder der Prüfungsaufsicht kontrolliert. Nehmen Sie sie deshalb zur Prüfung mit.

Wie setzen sich die Meisterprüfungsgebühren zusammen?
Die Meisterprüfungsgebühren setzen sich aus einer Grundgebühr und den Nebenkosten zusammen. Für die Auswahl eines alternativen Schmuckbriefes und die Meisterkarte entstehen gesonderte Gebühren.

Kann ich die Rechnung auf meinen Betrieb umschreiben lassen?
Ja, hierzu muss der Betrieb eine Kostenübernahmeerklärung ausfüllen und der Handwerkskammer übermitteln.

Wie verhalte ich mich wenn ich an der Meisterprüfung nicht teilnehmen kann?
Sie können bis zum Beginn der Prüfung durch eine schriftliche Erklärung von der Prüfung zurücktreten. Die Prüfungsgebühren werden aber anteilig einbehalten.
Bei verspätetem Rücktritt oder erst nach Beginn der Prüfung kann leider nichts mehr erstattet werden, da unsererseits bereits Kosten entstanden sind.

Wann bekomme ich mein Ergebnis über die Meisterprüfung?
Das Prüfungsergebnis wird an der jeweiligen Notenkonferenz des Meisterprüfungsausschusses festgestellt, unabhängig davon welchen Prüfungsteil Sie abgelegt haben. Im Anschluss daran erhalten Sie Ihren schriftlichen Prüfungsbescheid.
Bitte beachten Sie, dass wir in Ihrem Interesse und aus Datenschutzgründen keine telefonische Auskunft über Prüfungsergebnisse geben.

Wann bekomme ich meinen Meisterbrief?
Der Meisterbrief wird Ihnen im Rahmen einer Meisterfeier, welche von den zuständigen Kreishandwerkerschaften (abhängig vom Erstwohnsitz) ausgerichtet wird, überreicht. Die Termine erfahren Sie über die Handwerkskammer Kassel.

Wie sieht der Meisterbrief aus?
Der Meisterbrief hat die Maße 50x40 cm, bzw. 55x45 gerahmt.

Sollte ich an der Meisterfeier nicht teilnehmen, kann mir jemand den Meisterbrief mitbringen?
Ja, mit einer unterschriebenen Vollmacht und einer Kopie Ihres Personalausweises kann der Meisterbrief abgeholt werden. Die von Ihnen beauftragte Person muss sich ebenfalls ausweisen können. (Personalausweis).

Wird der Meisterbrief nach der Meisterfeier automatisch an mich verschickt?
Meisterbriefe, die nicht abgeholt worden sind, werden im Anschluss an die Feier automatisch verschickt. Sollte sich Ihre Adresse zwischenzeitlich geändert haben, teilen Sie uns dies bitte schriftlich mit. Dies wird in Ihrer Prüfungsakte vermerkt.

Kann ich im Anschluss an meine Gesellenprüfung direkt den Meister machen?
Der Nachweis der bestandenen Gesellenprüfung berechtigt zur Zulassung zur Meisterprüfung. Da die Anforderungen in der Meisterprüfung sich deutlich von denjenigen in der Gesellenprüfung unterscheiden, ist es sehr sinnvoll, einige Zeit Berufserfahrung zu sammeln. Sie sollten auch unbedingt über den Besuch von Vorbereitungskursen ("Meisterschule") nachdenken. Weitere Informationen zur Meisterprüfung finden Sie unter "MeisterIn im Handwerk".

Wie kann ich Meisterin / Meister werden?
Um für die Meisterprüfung zugelassen zu werden, muss man eine mit Erfolg abgelegte Abschluss- oder Gesellenprüfung nachweisen.

Woher bekommt man das Meister-BaföG?
Das Meister-BaföG muss bei der Universität Kassel beantragt werden. Dort finden Sie die zuständigen Ansprechpartner.

Brauche ich einen Meisterbrief für die geplante Selbstständigkeit?
Nicht mehr unbedingt. Seit 2004 gibt es eine Neuerung in der Handwerksordnung. Seitdem gelten nur noch 41 von 94 Handwerksberufen als zulassungspflichtig; das heißt, in diesen Berufen ist für den Gang in die Selbstständigkeit der Meisterbrief beziehungsweise eine besondere Befähigung nach wie vor unerlässlich. Das Kriterium für zulassungspflichtige beziehungsweise zulassungsfreie Handwerksberufe ist in der so genannten "Gefahrengeneigtheit" begründet. Der Meister bleibt damit in all denjenigen Gewerken verbindlich, die bei mangelhaft ausgeprägtem Fachwissen mit großen Gefahren für die Endverbraucher verbunden sind.
Nach der so genannten Altgesellenregelung können nun aber auch Gesellen, die in dem von ihnen erlernten Gewerk mindestens sechs Jahre als Gesellen tätig und dabei zumindest vier Jahre in einer leitenden Tätigkeit abhängig beschäftigt waren, sich selbstständig machen. Welche Berufe immer noch einen Meisterbrief erforderlich machen und weitere wichtige Informationen, erfahren Sie unter "Was tun, wenn der Meistertitel fehlt".

Gibt es Geld für Existenzgründer?
Ja, es gibt staatliche Fördermittel, das heißt, zinsgünstige Darlehen, die beim Bund oder Land zu beantragen sind. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf diese Fördermittel.