@ HWK Kassel

06.08.2019

Konjunktur läuft nach wie vor gut!

Während die schlechten Nachrichten in der deutschen Wirtschaft immer weiter zunehmen, hat das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk auch im aktuellen Berichtsquartal nicht an Schwung verloren.

Während die schlechten Nachrichten in der deutschen Wirtschaft immer weiter zunehmen und der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert, hat das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk auch im aktuellen Berichtsquartal nicht an Schwung verloren. Die Geschäfte laufen in den knapp 16.300 Betrieben nach wie vor gut, die Betriebsauslastung ist auf Rekordniveau gestiegen und die Betriebsinhaber investieren wieder mehr. Gleichwohl wird es keine weiteren Konjunkturausschläge nach oben geben, die Auftragseingänge gehen langsam zurück, aber bis zum Jahresende sollten die Betriebe weiterhin gut zu tun haben.

Im Befragungszeitraum April bis Juni bleibt das Geschäftsklima im Kasseler Kammerbezirk auf dem hohen Niveau des Vorjahres: Mit aktuell 120,7 Punkten (Vorjahr: 121,1 Punkte) bewegt sich das Handwerk weit über dem langjährigen Durchschnitt (98,5 Punkte), was die konjunkturelle Stärke unterstreicht. Dabei sind bei der aktuellen Lagebewertung die Negativmeldungen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,9 Prozentpunkte weiter zurückgegangen. 52,1 Prozent (Vj.: 56,1 Prozent) der Betriebe bewerten die aktuelle Lage mit „gut“ und 39,7 Prozent (Vj.: 33,8 Prozent) mit „befriedigend“. Für die nächsten drei Monate bleiben die Handwerker weiterhin zuversichtlich: 11,2 Prozent (Vj.: 11,4 Prozent) erwarten eine weitere Verbesserung ihrer betrieblichen Situation, 78,8 Prozent (Vj.: 77,6 Prozent) gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus und lediglich jeder zehnte (Vj.: 11 Prozent) der Befragten erwartet eine schlechtere Geschäftslage.

Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bleiben Konjunkturlokomotive

Das gesamte Baugewerbe boomt nach wie vor und fast 100 Prozent der Betriebe schätzen ihre Lage als gut oder befriedigend ein! Die industriellen Zulieferer zeigen sich ebenfalls noch sehr zufrieden, doch die Sorgenfalten werden größer, das zeigen die Zukunftseinschätzungen, knapp jeder fünfte Betrieb erwartet schlechtere Geschäfte. Viel gute Laune gibt es auch in den Gesundheitshandwerken, während im Kfz- und den Nahrungsmittelhandwerken bessere Werte zu erwarten waren. Hier gibt es aktuell den größten Anteil an Negativmeldungen, was insbesondere bei den Bäckern und Fleischern nicht zu erwarten war. Die Erwartungen sind nach unten gerichtet.

Lange Kundenwartezeiten, Betriebsauslastung auf Rekordhoch

Aktuell beträgt die durchschnittliche Auftragsreichweite im Gesamthandwerk 9,1 Wochen (Vj.: 9 Wochen). Die Kunden des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes müssen mit 12,5 bzw. 11 Wochen sogar noch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Sehr positiv ist auch der Umsatzverlauf im Berichtsquartal: Vier von zehn der Betriebsinhaber konnten ihre Erlöse weiter nach oben treiben, bei 55,8 Prozent blieben sie auf dem Vorquartalsniveau. Und auch die Aussichten für die kommenden drei Monate bleiben recht zuversichtlich. Somit verwundert es nicht, dass die durchschnittliche Betriebsauslastung mit 83,6 Prozent (Vj.: 81,9 Prozent) sogar auf ein Rekordniveau gestiegen ist. Knapp 40 Prozent der Betriebe arbeiten an oder über ihrer Kapazitätsgrenze.

Etwas schwächer als im Sommer 2018 haben sich dagegen die Auftragseingänge entwickelt: Bei 23,7 Prozent der Betriebe sind sie weiter gestiegen (Vj.: 28,5 Prozent), während 16,2 Prozent Rückgänge bei den Ordereingängen beklagen (Vj.: 13 Prozent). Andererseits haben viele der Betriebe Geld in die Hand genommen und Investitionen getätigt: Immerhin 39,2 Prozent (Vj.: 33,8 Prozent) der Geschäftsinhaber berichten davon und haben in Maschinen, Fahrzeuge, IT und Anlagegüter investiert.

Allerdings gestaltet sich die Suche nach Fachkräften im Kasseler Kammerbezirk nach wie vor schwierig. So gelang es nur 13,2 Prozent der Betriebe, neues Personal zu finden und den Mitarbeiterstamm aufzustocken. 12,4 Prozent der Betriebe verloren sogar Mitarbeiter. Für das kommende Quartal sind wieder weitere Personaleinstellungen in den Betrieben geplant.