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12.07.2019

Per Praktikum zur Nachwuchskraft

Praktika sind ein verlässlicher Weg zum Azubi! Wir unterstützen unsere Betriebe aktiv, diese Möglichkeit der Nachwuchswerbung zu nutzen!

Praktika bieten Jugendlichen erste Einblicke in die Arbeitswelt und berufliche Orientierung. Damit sind sie eine wesentliche Entscheidungshilfe bei der Berufswahl. Für die Betriebe ergibt sich ein Vorteil aus der Tatsache, dass sie so ihren künftigen Auszubildenden schon vor Abschluss des Lehrvertrags kennenlernen können. Damit wird das Praktikum immer mehr zu einem verlässlichen Weg zum Azubi.

Dieser Entwicklung trägt auch die Handwerkskammer Kassel Rechnung und unterstützt ihre Betriebe dabei, diese Möglichkeit der Nachwuchswerbung zu nutzen. So finden sich in der Online-Lehrstellenbörse der Kammer zurzeit neben rund 730 Ausbildungsplätzen auch gut 270 Praktikumsplätze, auf die Schüler sowie ihre Eltern und Lehrer bei der Suche nach Betrieben, in denen junge Menschen erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt sammeln können, direkt zugreifen können.


Beratung und Begleitung für die Betriebe

Auch Nicole Krispin setzt bei der Vermittlung von potenziellen Azubis auf das Praktikum. Die Mitarbeiterin des Projekts „Passgenaue Besetzung“ mit Sitz in der Handwerkskammer empfiehlt die Probearbeit auf Zeit als gute Gelegenheit zur Orientierung und zum gegenseitigen Kennlernen. Dazu gehört für Krispin natürlich auch, dass sie Betriebe unter anderem bei der erfolgreichen Gestaltung des Praktikums berät und begleitet.

Das beginnt mit der Erstellung einer Praktikumsausschreibung für die Lehrstellenbörse, geht weiter über die inhaltliche Gestaltung und rechtliche Fragen zum Praktikumsvertrag bis hin zur Beurteilung. Grundsätzlich hält sie alle Papiere bereit, die die Betriebe für ein Praktikum benötigen. „Richtig genutzt, ist das Praktikum ein gutes Instrument Nachwuchskräfte langfristig auf die Ausbildung vorzubereiten. Das funktioniert besonders dann, wenn die Betriebe diese Zeit im Vorfeld entsprechend gestalten“, weiß Krispin. Wichtig sei, dass die Praktikanten einen festen Ansprechpartner haben und sich im Betrieb wohl und mitgenommen fühlen.


Mehr Beteiligung erwünscht

Darüber hinaus ist die Kammer Partner des Netzwerks „Pro Praktikum“. Aufgrund der Bedeutung des Themas wurde das Netzwerk 2018 für die Stadt und den Landkreis Kassel gegründet. Ziel ist es, in Workshops Themen und Stolpersteine rund um das Schülerpraktikum mit allen Beteiligten zu besprechen, um gemeinsam Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, wie aus Praktikantinnen und Praktikanten Azubis werden.

Dazu trifft sich das Netzwerk an zwei Nachmittagen im Jahr. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter von Schulen und Betrieben, von der Arbeitsagentur, von Kammern, der Kreishandwerkerschaft Kassel, Elternbeiräten, des Übergangsmanagements und der Berusfseinstiegsbegleitung. „Vor allem Handwerksbetriebe aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, die sich an dem Netzwerk beteiligen möchten, sind jederzeit gerne gesehen. Denn je stärker die Betriebe ihre Erfahrungen und Interessen einbringen, desto gewinnbringender lassen sich Lösungsansätze finden“, wirbt Krispin für eine breite Beteiligung.

Da das Interesse der jungen Menschen erfahrungsgemäß eher in Richtung des gewerblich-industriellen Bereichs geht, stand das Handwerk im Mittelpunkt des dritten Workshops, der im Frühjahr stattfand. Inhaltlich ging es um Fragen wie: Was sind die wichtigen Elemente in der schulischen Praktikumsvorbereitung? Was können Handwerksbetriebe dafür tun, dass sie bei der Praktikumssuche junger Menschen wieder mehr in den Fokus kommen? Wie können Praktika attraktiv gestaltet werden? Wie kann eine gute Zusammenarbeit mit Schulen aussehen?


Mit dem Handwerk im Gespräch

Da das Netzwerk nicht nur über das Handwerk reden, sondern auch mit seinen Akteuren ins Gespräch kommen wollte, waren Michaela Brede-Pötter (Metallbau Brede, Zierenberg), Raoul Gerhold, Geschäftsführer von Rappe Zahntechnik, Niestetal, und Thilko Gerke, Geschäftsführer der Rennert Bauunternehmung Kassel, mit von der Partie. Sie standen Rede und Antwort zu allen Fragen rund um das Praktikum im Handwerksbetrieb und zeigten auch auf, wo aus ihrer Sicht die Schwierigkeiten liegen. In der abschließenden Podiumsdiskussion, die sich an die Arbeit in mehreren Kleingruppen anschloss, wurden gemeinsam Lösungsansätze besprochen und eine Kosten-Nutzen-Bilanz gezogen, die insgesamt doch positiv ausfiel.

Weitere Informationen: Handwerkskammer Kassel, Passgenaue Besetzung, Nicole Krispin, Tel. 0561 7888-183, Mobil 0173 3288960, nicole.krispin@hwk-kassel.de