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03.07.2019

Mit Instagram im Handwerk erfolgreich

Maßschneiderin Kira Kimm zeigt und verkauft die Produkte ihrer Firma "soki Kassel Label & Store" in den Sozialen Medien

Boxershorts aus Omis alter Bettwäsche? Warum nicht. Die bunten, hübschen Shorts aus Omis Stoffen werden tatsächlich mit viel Liebe in der hauseigenen Manufaktur von soki gefertigt. „Upcycling“ nennt sich das und „Abfallprodukte“ oder (scheinbar) nutzlose Stoffe werden in neuwertige Produkte umgewandelt. Und so bekommt auch die Bettwäsche einen neuen Zweck – und das daraus gewonnene Teil ist ein Unikat! Aus dieser einfachen Idee ist inzwischen viel entstanden: ein Kasseler Modelabel.


Wie die alte Bettwäsche zum schicken Hemd wird

Kira Kimm, Inhaberin und Gründerin der Firma soki Kassel Label & Store erklärt, dass es in ihrem Geschäft von besagten Boxershorts bis hin zum maßgeschneiderten Hemd alles gibt. „Der Kunde darf seinen Stoff aus unserem großen Bettwäschelager selbst auswählen“, erklärt sie grinsend. „Aber wir verstehen uns auch als Green Concept Store – das heißt, man findet neben unseren Kollektionen auch viele verschiedene nachhaltige, faire Produkte anderer Labels und Schönes aus unserer Region.“

Als gelernte Maßschneiderinnen hat sie mit ihrer damaligen Geschäftspartnerin, Sophie Roscher, 2014 das grüne Modelabel soki gegründet. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Schneiderhandwerk ganz im Sinne der Nachhaltigkeit umzusetzen. „Wir wollten unsere Arbeitskraft nicht für die Fast Fashion Modeindustrie einsetzen und so die schlechten Arbeitsbedingungen in Bangladesch und Co. unterstützen. Wir zeigen, dass es auch anders geht, mit eigener Werkstatt“, plaudert die junge 28-Jährige locker drauf los.


„Instagram ist unsere Erfolgsstory“

Kira Kimm ist sichtbar stolz auf ihr Handwerk und zeigt das auch. Nicht nur in dem gemütlichen, trendigen Laden in einem Kasseler Szeneviertel, in dem sie seit 2016 ist, sondern auch in den sozialen Medien.

Besonders schick sieht das auf ihrem Instagram-Kanal aus. Er hat inzwischen über 4.200 Abonnenten, Tendenz steigend, denn Mode kommt auf diesem Kanal besonders gut an. „Unsere Produkte erzählen eine Geschichte und lassen sich gut in Bildsprache umsetzen“, erklärt sie. Erst gestern gab es ein Fotoshooting der aktuellen Sommerkollektion, frisch und dynamisch sollen die neuen Bilder beim potentiellen Kunden Interesse wecken. „Aber ich mache auch mit meinem Handy immer wieder Fotos von neuen Produkten im Store für Instagram und schnell folgen darauf neue Kundenanfragen oder aber die Leute kommen direkt zu uns in den Laden, da sie neugierig geworden sind“, erklärt sie.


16 Millionen potentielle Kunden

Und theoretisch kann man ja bei Instagram inzwischen mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland erreichen, denn so viele nutzen das weiter stark wachsende Portal inzwischen. Immer mehr Betriebe entdecken daher die Plattform zur Produktpräsentation. Kira Kimm und ihre zwei Mitarbeiterinnen setzten von Beginn an auf die sozialen Medien und sie schätzt, dass ca. 50 Prozent ihrer Kundschaft hierüber auf sie aufmerksam geworden sind. Schon als sie 2014 in ihrem Kinderzimmer ihre ersten Produkte entwarf und produzierte, nutzte sie Instagram & Co. Neben dem umfangreichen Produktsortiment, das sie inzwischen auf den sozialen Medien präsentiert, soll natürlich auch ein Image transportiert werden. Stylisch und hip kommt es rüber, eine gleichbleibende Bildersprache und das sogenannte „storytelling“, also Geschichten über die Produkte erzählen (Werthaftigkeit, Regionalität, Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit, Style), prägen das Gesamtbild auf ihrem Instagram-Kanal. Da wird dann eine ganz bestimmte Zielgruppe angesprochen und ein paar der 16 Millionen Instagram-Nutzer kämen dann auch auf die soki-Seite. „Unsere Kunden sind im Alter zwischen 18 und 50 Jahre, aber auch die Oma kommt mal vorbei und kauft einen Strampler für den Enkel“, erklärt die Schneiderin. Und was ist mit „normaler“ Werbung? „Ich bin sehr zufrieden mit der Werbung über die Sozialen Medien, auf Werbung in Print Medien verzichte ich“.


Marketing 4.0

Klar gibt’s auch einen Online-Shop auf der Webseite, der alles abrundet. Und einen Facebook-Auftritt gibt es auch. Aber die Eintrittstür für die Kunden ist Instagram. Und von dort aus gelangen die Nutzer auf die Webseite, bestellen oder kommen direkt vorbei“, sagt sie. Und so vertreibt sie ihr Sortiment deutschlandweit und manchmal kommt auch schon eine Anfrage aus Österreich.


Die wichtigsten Regeln auf Instagram

Immer am Ball bleiben – das ist die Devise für Erfolg auf Instagram, erklärte Kira Kimm. Ihre Erfolgstipps:

1. Gute und einheitliche Bildsprache,

2. Informativ sein, d.h., Produkte erklären („storytelling“),

3. Regelmäßig Stories und Posts verschicken und

4. die richtigen Hashtags (#) setzen, die zum Produkt passen.

Und, das lohnt sich: „Unsere Follower schreiben uns oft an, wenn sie Beiträge gesehen haben, die ihnen gefallen haben. Sie wollen dann zum Beispiel wissen, ob auch die coole Micky Mouse Boxershorts aus alten Bettlaken gemacht wurde.“ Ja, auch diese Boxershorts ist aus einer der mehreren hundert Bettlaken gemacht, die inzwischen in der gemütlichen Schneiderwerkstatt lagern.

Mehr Infos unter: www.soki-kassel.de, www.instagram.com/soki_kassel oder www.facebook.com/soki.Kassel