© Andreas Fischer

04.06.2019

Gringel erneut zum Präsidenten gewählt

137. konstituierende Vollversammlung am 4. Juni 2019 bestätigt Präsidenten Heinrich Gringel in seinem Amt - Digitalisierung bleibt weiterhin "Megathema"

Die Wahlen von Präsidium, Vorstand und Ausschüssen waren die zentralen Themen der 137. konstituierenden Vollversammlung der Handwerkskammer Kassel. Das Handwerkerparlament bestätigte sowohl Heinrich Gringel in seinem Amt als Präsident, wie auch Horst Zahn als Vizepräsident der Arbeitnehmer. Für Zimmerermeister Johannes Schwarz, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, wurde Diplom-Ingenieur Frank Dittmar zum Vizepräsidenten der Arbeitgeber gewählt.

In den 15-köpfigen Vorstand der Kammer zogen Thorsten Krämer und Sven Moog neu ein. Der Kfz-Mechanikermeister Thorsten Krämer aus Fulda folgt auf den Fuldaer Diplom-Ingenieur Claus Gerhardt, der nicht mehr kandidierte. Der Installateur- und Heizungsbauer Sven Moog aus Kassel wurde auf Arbeitnehmerseite für den Metallbauer Helmar Friedrich aus Berkatal in den Vorstand berufen. Auch Friedrich hatte nicht mehr kandidiert.

Der alte und neue Präsident Heinrich Gringel ist seit 1994 Mitglied der Vollversammlung. Dem Vorstand der Kammer gehört er seit 1999 an, ab Juni 2004 als Vizepräsident. Im Juni 2009 war der Bauunternehmer aus Schwalmstadt zum ersten Mal an die Spitze des nord-, ost- und mittelhessischen Handwerks gewählt worden. Nach seiner Wiederwahl dankte er zunächst dem scheidenden Vizepräsidenten Johannes Schwarz, für dessen überaus engagierten Einsatz für das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk. Ein großer Dank ging ebenso an die beiden langjährigen Vorstandsmitglieder Claus Gerhardt und Helmar Friedrich sowie an die ausscheidenden Mitglieder der Vollversammlung. Er dankte allen Wahlbeteiligten für das eindeutige Votum und erklärte: "Auch meine dritte Amtsperiode nehme ich mit großer Freude an. Ich versichere Ihnen, dass wir gemeinsam auch in den kommenden Jahren viel bewegen werden und müssen, denn die Aufgaben und der Druck auf das Handwerk werden deutlich wachsen, daher ist eine starke Interessenvertretung des Handwerks wichtiger denn je.“

Als wesentliche Themen für die nächsten fünf Jahre nannte Gringel die Sicherung der Nachwuchs- und Fachkräfte, die Digitalisierung, aber auch die Rückkehr zur Meisterpflicht für bestimmte Gewerke, diesem Vorhaben stünde die Politik schließlich sehr wohlwollend gegenüber. Ebenfalls ganz oben auf der Agenda sehe er, neben der Betriebsnachfolge, die berufliche Bildung sowie die Fortsetzung der Imagekampagne des deutschen Handwerks.

„Die Konjunktur ist im Handwerk, anders als in der Gesamtwirtschaft, weiterhin gut. Damit ist das Handwerk einer der Stabilisatoren unserer heimischen Wirtschaft, aber das wird möglicherweise nicht dauerhaft so bleiben“, so Gringel zur aktuellen Lage. Große Sorgen bereite dem Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen nach wie vor die Ausbildungsplatzsituation, auch wenn es im letzten Jahr eine leichte Steigerung gegeben habe. Viele Lehrstellen bleiben immer noch unbesetzt. Vor allem die Digitalisierung werde für das Handwerk ein „Megathema“ bleiben. Sie erfasse mehr oder weniger stark alle Branchen und die gesamten Geschäftsmodelle der Betriebe. Insbesondere hier stünden die Betriebe im Handwerk vor gewaltigen Aufgaben und brauchten umfangreiche Unterstützung aus der Handwerksorganisation.

Zum vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz betonte Gringel, dass die Zuwanderung beruflich qualifizierter Fachkräfte für das Handwerk besonders wichtig sei und bald erleichtert werden könne. Von daher sei das Gesetz ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftebedarf zu mildern, denn die Zuwanderung sei unerlässlich, um dauerhaft Wachstum, Wohlstand und stabile Sozialsysteme in Deutschland zu sichern.

Auch die Berufsbildung müsse weiter im Fokus der Bemühungen bleiben und daher zeitnah und nachhaltig gestärkt werden. Die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung solle künftig auch bei der Bildungsfinanzierung deutlich werden. Berufliche Bildung müsse allemal so viel wert sein wie eine akademische Bildung.

Hinsichtlich der Nachwuchswerbung und des Fachkräftemangels werde es weiterhin grundlegend sein, sich den jungen ausbildungswilligen Menschen zuzuwenden, aber auch Migranten, Flüchtlingen oder Studienaussteiger nicht aus dem Fokus zu verlieren. In diesem Zusammenhang wies Gringel auch darauf hin, dass die Imagekampagne des Deutschen Handwerks bis 2024 weiter fortgeführt werde. „Ziel muss es im Rahmen unseres Nachwuchs- und Fachkräftemangels auch sein, die Öffentlichkeit immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass die Chancen, voranzukommen und Zukunft zu gestalten, im Handwerk noch nie so gut waren wie jetzt. Das sollten auch unsere Betriebe in dieser Form dauerhaft kommunizieren“, so der Präsident abschließend.

 

Komplette Pressemeldung und der neu gewählter Vorstand