© Harry Soremski

04.03.2019

Handwerk gestaltet die Zukunft

Zur "Ehrung der Besten" am 1. März 2019 haben wir in diesem Jahr insgesamt 70 Prüfungsbeste im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel geehrt.

„Unsere Betriebe sind mit ihren Produkten und Dienstleistungen überall dort im Einsatz, wo Zukunft gestaltet wird“, sagte Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, zur Begrüßung der rund 190 Gäste aus Nord,- Ost- und Mittelhessen, die zur „Ehrung der Besten“ in den Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen nach Kassel gekommen waren. Das sei bei der Gewinnung regenerativer Energien so, bei der E-Mobilität und auch der Smart Home-Technik, die die eigenen vier Wände intelligenter mache. „Das zeigt, das Handwerk entwickelt sich ständig weiter und ist längst im 21. Jahrhundert angekommen.“

Mit der „Ehrung der Besten“ zeichnet die Kammer junge Menschen aus, die sich mit viel Einsatz und Leidenschaft für ihr Handwerk engagiert und so überdurchschnittlich gute Leistungen erbracht haben. Mit dieser Veranstaltung würdigt die Kammer die Sieger des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks, die besten Meisterprüfungen sowie die erfolgreichsten Absolventen von Fortbildungsprüfungen, in diesem Jahr insgesamt 70 Prüfungsbeste. Der Preis für die beste Gesellenprüfung im Kammerbezirk ging an Buchbinderin Henrike Weyer aus Marburg, die ihr Handwerk im Hessischen Staatsarchiv Marburg erlernt hat.

Handwerk, so der Kammerpräsident weiter, sei heute moderner und digitaler als es vielfach wahrgenommen werde. „Vor allem unsere jungen Handwerkerinnen und Handwerker, für die unsere zu Ehrenden heute beispielhaft stehen, sind mutig und unkonventionell. Sie probieren Neues aus, sind neugierig und zukunftsorientiert.“ Und dieses Bild wolle das Handwerk vor allem in den Köpfen von Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen, aber auch in den Köpfen von Eltern und Lehrern, die sie dabei begleiten und unterstützen, verankern.

„Geht es um die Zukunft der deutschen Wirtschaft, fallen schnell die Stichworte Wirtschaft 4.0 und künstliche Intelligenz. Hinter solchen Begriffen braucht sich das Handwerk nicht zu verstecken. Denn mit diesem technologischen Fortschritt hat ein Bäcker, ein Dachdecker, ein Tischler oder Zahntechniker viel mehr zu tun, als es auf den ersten Blick scheint.“

Für den Festvortrag hatte die Kammer den Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke gewonnen. Wie Gringel gratulierte auch er allen zu Ehrenden zu ihren guten Abschlusszeugnissen: „Auf dieses Zeugnis und auf diese Leistungsbestätigung dürfen Sie stolz sein. Es ist sprichwörtlich ein Ausweis von Qualität; es ist ein Gütesiegel.“ Arbeitgeber, Kunden und Lieferanten wie auch etwaige Kreditgeber vertrauten diesem Gütesiegel des heimischen Handwerks und der Kammer. Der Gesellen- oder Meistertitel sei heute wieder attraktiver denn je.

Lübcke warb bei den jungen Menschen dafür, dass sie selbst ausbilden und so dem Fachkräftemangel von morgen entgegenwirken sollten. „Geben Sie Ihre Kenntnisse und Erfahrungen weiter, tragen Sie dazu bei, Nachwuchskräfte für das Handwerk zu gewinnen. Denn, wir brauchen viele gut ausgebildete, kreative, innovative Köpfe, um wettbewerbsfähig zu bleiben und uns weiterzuentwickeln. Das dient nicht nur dem Handwerk, sondern der ganzen Wirtschaft und damit unserem Land insgesamt.“ Weiter wünschte sich der Regierungspräsident von den erfolgreichen jungen Handwerkern, dass sie auch den Schritt in die Selbständigkeit wagen.

Dazu hatte auch Gringel die jungen Gesellen und Meister aufgerufen. „Angesichts der technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sind ist die Chancen und Möglichkeiten, sich erfolgreich im Handwerk selbstständig zu machen, auch in Zukunft groß. Allein in Nord-, Ost- und Mittelhessen stünden bis 2026 rund 2.300 Betriebe aus Altersgründen zur Übergabe an. Deshalb appellierte er an die zu Ehrenden: „Bleiben Sie am Ball! Bilden Sie sich fort! Machen Sie sich selbstständig! Das Handwerk braucht Sie! Und es lohnt sich!“