© Manfred Grünwald; dwb

25.01.2019

Handwerk zieht positive Konjunkturbilanz für 2018!

Für das Jahr 2019 wird weiterhin ein Wachstum erwartet, aber mit abflauender Dynamik! Die Jahresbilanz 2018 fällt für das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk äußerst positiv aus!

Die Jahresbilanz 2018 fällt für das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk äußerst positiv aus, die starke Binnennachfrage hat für einen weiteren Umsatzschub gesorgt: Insgesamt 9,2 Milliarden Euro setzten die Betriebe im vergangenen Jahr um, das waren 436 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das Umsatzwachstum betrug nach vorläufigen Angaben 5 Prozent und lag damit über der Prognose vom Jahresanfang (+ 3,5 Prozent). Das Beschäftigtenplus war leider weniger stark ausgeprägt und lag bei lediglich 0,2 Prozent. Am Jahresende 2018 waren insgesamt 92.200 Menschen im Kammerbezirk Kassel beschäftigt.

Trotz der weltwirtschaftlichen Turbulenzen, dem drohenden harten Brexit und dem Stottern des deutschen Konjunkturmotors, erwarten die Handwerker eine Fortsetzung der guten Lage, wenn auch mit leicht nachlassender Dynamik. Für das Jahr 2019 erwartet die Handwerkskammer ein weiteres Umsatzwachstum in Höhe von 3,5 Prozent (+ 366 Millionen Euro), das allerdings überwiegend durch Preissteigerungen realisiert wird. Allerdings wird es auch im laufenden Jahr kaum Beschäftigteneffekte geben.

Die Stimmung in den Betrieben war über das gesamte Jahr 2018 hinweg von hoher Zufriedenheit gekennzeichnet. Im Jahresschnitt betrachteten 89,8 Prozent der Betriebsinhaber ihre Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Das ist der beste Wert, den die Handwerkskammer Kassel in ihren Konjunkturaufzeichnungen je erfasst hat. Im starken Vorjahr lag dieser Wert noch um 1,9 Prozentpunkte niedriger.

Durch die durchweg optimistisch geprägten Geschäftsaussichten, die auch für den Jahresanfang 2019 geäußert wurden, kletterte das Geschäftsklima Mitte des Jahres auf ein weiteres Hoch. Die Geschäfte laufen in den Handwerksbetrieben nun bereits im achten Jahr in Folge außerordentlich gut.

Mit 80,8 % Kapazitätsauslastung konnte das Handwerk im Kammerbezirk Kassel den bisherigen Topwert des Jahres 2017 noch um 0,9 Prozentpunkte steigern. Die durchschnittliche Auftragsreichweite war ebenfalls weiter gestiegen und lag 2018 bei 8,7 Wochen (2017: 7,8 Wochen). Die durchschnittliche Betriebsauslastung ist allerdings kaum mehr steigerungsfähig.

Konjunkturlokomotive blieben die Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes. Die Meldungen zur Geschäftslage, zum Umsatz und zu Auftragsreserven waren rekordverdächtig, allerdings arbeiten viele der Betriebe am Rand ihrer Kapazitäten, so dass zunehmend längere Wartezeiten für die Kunden entstehen. Auch die industriellen Zulieferer und die Gesundheitshandwerke waren mit dem Jahresverlauf mehr als zufrieden. Die Nahrungsmittelhandwerke haben im Jahresverlauf ebenfalls weiteren Schub erhalten. Nur die Kfz-Betriebe zeigten sich nach wie vor skeptisch. Die anhaltende „Diesel-Diskussion“ und zurückgehende Verkäufe von Diesel-Pkw haben die Situation für viele Betriebe erschwert, die erhoffte Besserung ist bisher nicht eingetreten.

Sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei den Umsätzen gab es gegenüber 2017 weitere signifikante Steigerungen, die so nicht zu erwarten waren. Lediglich die Investitionsbereitschaft blieb insgesamt verhalten. Zwar ist sie im Jahresverlauf 2018 gestiegen, aber das Niveau ist nach wie vor recht niedrig. Angesichts der hohen Kapazitätsauslastung wären hier höhere Werte zu erwarten gewesen.

 

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