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01.02.2018

Handwerk mit positiver Jahresbilanz 2017

Der Höhenflug geht weiter. Das Geschäftsklima klettert auf Rekordniveau!

Die Jahresbilanz 2017 fiel für das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk äußerst zufriedenstellend aus. Insgesamt 8,84 Milliarden Euro setzten die Betriebe im vergangenen Jahr um, das waren 290 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das Umsatzwachstum betrug nach vorläufigen Angaben 3,4 Prozent und lag damit über der Prognose vom Jahresanfang (+ 2,5 Prozent). Das Beschäftigtenplus war weniger stark ausgeprägt und lag bei 0,5 Prozent, das entspricht 500 neuen Stellen. Am Jahresende 2017 waren insgesamt 91.500 Menschen im Kammerbezirk Kassel beschäftigt.

Für das Jahr 2018 wird ein weiteres Umsatzwachstum von 3 Prozent (+ 267 Millionen Euro) prognostiziert. Allerdings wird es aufgrund des Fachkräftemangels nur schwache positive Beschäftigteneffekte im Handwerk geben.

Die Stimmung in den Betrieben war über das gesamte Jahr 2017 hinweg von hoher Zufriedenheit gekennzeichnet. Im Jahresschnitt lag der Geschäftsklimaindex bei 133,6 Punkten und konnte gegenüber dem starken Vorjahr (124,4 Punkte) um weitere 9,2 Punkte steigen. Mitte des Jahres kletterte das Geschäftsklima sogar auf ein Allzeithoch (138,2 Punkte). Dies ist die stärkste Handwerkskonjunktur seit Beginn der 90er Jahre. Die Geschäfte laufen im siebten Jahr in Folge außerordentlich gut und die Betriebsinhaber erwarten eine Fortsetzung der guten Lage.

Durchschnittlich bezeichneten 87,9 Prozent der Betriebsinhaber (Vorjahr: 86,5 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage in 2017 als gut oder befriedigend. Vor allem die wirtschaftlich stärksten Gewerbegruppen des Handwerks meldeten erneut rekordverdächtige Zahlen bei Geschäftslage, Umsatz und Auftragsreserven. Zugmaschine der dynamischen Entwicklung blieb das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe sowie die industriellen Zulieferer. Hier war der Zufriedenheitsgrad am höchsten und die Umsätze wuchsen im Jahresverlauf am stärksten, allerdings stoßen viele Betriebe zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen bzw. fehlen notwendige Fachkräfte, so dass das Wachstumspotenzial nicht voll ausgeschöpft werden konnte. Auch die Gesundheitshandwerke waren mit dem Jahresverlauf mehr als zufrieden. Einzig die Kfz-Handwerker zeigten weniger Eu-phorie. Die „Diesel-Diskussion“ und zurückgehende Verkäufe von Diesel-Pkw haben die Situation für viele Betriebe nicht gerade erleichtert, aber es scheint wieder langsam bergauf zu gehen, die geäußerten Geschäftserwartungen für 2018 deuten das an.

Der Blick auf den Auslastungsgrad in den Unternehmen unterstreicht das gute Bild im Gesamthandwerk: 78,9 Prozent waren es im Jahresschnitt, damit stieg die Kapazitätsauslastung gegenüber 2016 um weitere 1,2 Prozentpunkte. Knapp 40 Prozent der befragten Betriebe waren auf Dauer vollausgelastet, die Auftragsreichweiten haben sich auf durchschnittlich 7,8 Wochen erhöht (Vorjahr: 6,9 Wochen). Viele Betriebe hätten daher gern auch mehr Personal eingestellt, aber das blieb leider oft erfolglos.

Sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei den Umsätzen gab es gegenüber 2016 weitere signifikante Steigerungen. Lediglich die Investitionsbereitschaft der Betriebe gibt Anlass zur Sorge. Die war vergleichsweise niedrig und verharrte auf dem Vorjahresniveau. Um weiteres Wachstum zu generieren, sind hier deutlich mehr Impulse notwendig.

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