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28.04.2017

Verheißungsvoller Start ins neue Jahr

"Das Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen bleibt im Konjunkturhoch." Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Frühjahrsumfrage

„Das Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen bleibt im Konjunkturhoch. Trotz saisonal bedingter leichter Rückgänge bei Aufträgen und Umsätzen bleibt die Stimmung sehr gut, denn die Betriebe erwarten weiterhin große Kaufbereitschaft bei ihren Abnehmern, egal ob Privathaushalt, Staat oder Gewerbe,“ so der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Frühjahrsumfrage, die heute in der Bauunternehmung Ulrich GmbH in Fulda präsentiert wurde.

Bei gut gefüllten Auftragsbüchern zeigten sich 85 Prozent der befragten Handwerksbetriebe mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, im guten Frühjahrsquartal 2016 waren es 82,3 Prozent. Die kommende wärmere Jahreszeit lässt den Optimismus in den Betrieben weiter ansteigen: Insgesamt 89,6 Prozent gehen für die Zukunft von guten oder zufriedenstellenden Geschäften aus (Vj.: 87,3 Prozent). Vor diesem Hintergrund wurde das hohe Niveau des Geschäftsklimas, der wichtigste Frühindikator der wirtschaftlichen Entwicklung, weiter in die Höhe getrieben und legte gegenüber dem Vorjahr unerwartet stark um 10,6 (!) Punkte auf insgesamt 129 Punkte zu. "Für ein Frühjahr ist das ein Allzeithoch, insbesondere die sehr gute Einschätzung der künftigen Geschäftslage hat uns doch erstaunt“, so Gringel weiter.

Baugewerbe sehr zufrieden, Kfz-Handwerk hinkt hinterher

Konjunkturmotor ist das Bau- und Ausbaugewerbe. Aber auch die Zulieferer und die Gesundheitshandwerke zeigen sich überaus zufrieden. Nach wie vor wird viel in Neu- und Ausbau von Wohnungen investiert, und auch die öffentlichen und gewerblichen Bauinvestitionen sind wieder gestiegen. Die Zulieferer profitieren von der guten Industrienachfrage. Daneben ist die Bereitschaft der Verbraucher, ihren Konsum auch für Gesundheits- bzw. Wellnessprodukte zu erhöhen, ungebrochen, die Gesundheitshandwerke danken es. Bei den Nahrungsmittelhandwerken war die Zufriedenheit weniger hoch, doch auch hier liegen die Werte weit über dem langjährigen Durchschnitt. Das private Dienstleistungsgewerbe (z.B. Friseure, Fotografen, Textilreiniger) machte im Jahresvergleich einen Sprung nach vorn, lag aber deutlich unter dem Durchschnitt des Gesamthandwerks. Trotzdem überwog die Zufriedenheit. Weniger freundliche Gesichter gab es hingegen im Kfz-Handwerk, immer noch ist ein Viertel der Betriebe mit der geschäftlichen Situation ganz und gar unzufrieden.

Umsätze jahreszeitlich bedingt nur leicht rückläufig

Im Durchschnitt verfügten die befragten Betriebe zwischen Januar und März über ein Auftragsvolumen von 7,6 Wochen, das war noch eine Woche mehr als vor Jahresfrist. Im Baugewerbe lagen die Auftragsreserven bei über zwei Monaten. Die Ordereingänge verliefen jahreszeitlich bedingt auf niedrigerem Niveau als im Vorquartal, waren aber günstiger als vor zwölf Monaten: Über alle befragten Branchen hinweg berichteten 20,8 Prozent der Betriebsinhaber von gestiegenen und 53,6 Prozent von gleichgebliebenen Auftragseingängen. Die durchschnittliche Betriebsauslastung lag im Berichtszeitraum bei guten 75,8 Prozent (Vj: 75,6 Prozent). Knapp jeder vierte Betriebsinhaber sprach sogar von Vollauslastung. Die Umsätze der Betriebe waren jahreszeitlich bedingt rückläufig, blieben aber auf weiterhin hohem Niveau: 33,9 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagten in den ersten drei Monaten Umsatzeinbußen, bei 15,9 Prozent der Unternehmen steigerten sich die Umsatzzahlen, bei 50,2 Prozent entsprachen sie den Vorquartalswerten.

Die Betriebe im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk haben im Berichtsquartal jahreszeitlich bedingt etwas Personal abgebaut. Insbesondere die Bauhandwerke waren von dem Beschäftigtenrückgang betroffen. Trotzdem haben 6,6 Prozent der Betriebe im Berichtszeitraum weitere Beschäftigte eingestellt, während 80,5 Prozent den Vorquartalsstand hielten. Insgesamt 12,9 Prozent mussten allerdings mit weniger Personal auskommen, aber das wird sich im kommenden Quartal wieder ändern, denn die Betriebe wollen wieder vermehrt einstellen.


Pressemitteilung
Konjunkturbericht

Ansprechpartner für Redaktionen: 
Dr. Matthias Joseph / Öffentlichkeitsarbeit und Volkswirtschaft
E-Mail: matthias.joseph@hwk-kassel.de

Die komplette Analyse kann unter www.hwk-kassel.de/ueber-uns/konjunkturbericht
abgerufen werden.