© hannesharnack.de - Merle Busch

18.03.2021

Programm »Ausbildungsplätze sichern« ausgeweitet

18.3.21 | Die Allianz für Aus- und Weiterbildung eine hat »Gemeinsame Aktion zur Stärkung von Ausbildungsbetrieben und jungen Menschen in der Corona-Pandemie« verabschiedet.

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung – darunter auch der ZDH – haben heute Maßnahmen zur weiteren Unterstützung der dualen Ausbildung unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie verabschiedet. Mit einer »Gemeinsamen Aktion zur Stärkung von Ausbildungsbetrieben und jungen Menschen in der Corona-Pandemie« sprechen sich die Allianzpartner für den Ausbau der digitalen Berufsorientierung aus. Darüber hinaus schließen sich die Allianzpartner dem Aufruf der Handwerksorganisation zur Initiierung eines »Sommer der Berufsausbildung« an, um verstärkt für eine betriebliche Ausbildung zu werben.

Weiterhin wurde zwischen den Allianzpartnern vereinbart, Angebote der Berufsorientierung in den digitalen Unterricht und in schulische Lernplattformen zu integrieren, Schülerinnen und Schüler zu digitalen Angeboten von Verbänden und Kammern aktiv hinzuleiten sowie virtuelle Beratungs- und Vorstellungsgespräche durch berufliche Orientierungsveranstaltungen für die Jugendlichen vorzubereiten.

Ausbildungsplätze sichern

Teil dieser gemeinsamen Aktion ist auch die Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms »Ausbildungsplätze sichern«. Die entsprechenden beiden Förderricht-linien des Bundesprogramms wurden heute Morgen vom Bundeskabinett verabschiedet. Das ist ein wichtiges Zeichen an die Handwerksbetriebe, ihr Ausbildungsengagement trotz schwieriger Rahmenbedingungen fortzusetzen und den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Folgende Forderungen des ZDH wurden bei der Weiterentwicklung des Bundespro-gramms »Ausbildungsplätze sichern« übernommen:

  • Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarkts 2021/22 wird das Programm bis De-zember 2021 verlängert. Die Ausbildungsprämien können für Ausbildungsver-hältnisse beantragt werden, die bis zum 15. Februar 2022 beginnen.
  • Die Definition der Corona-Betroffenheit als Fördervoraussetzung für alle Pro-grammlinien wurde deutlich erweitert und liegt für Ausbildungsverhältnisse, die ab 1. Juni 2021 beginnen, bei einem Monat Kurzarbeit oder einem Umsatzrückgang in einem Monat in Höhe von 30 Prozent vor.
  • Künftig wird zur Verhinderung von Kurzarbeit während der Ausbildung nicht nur die Ausbildungsvergütung, sondern auch die Vergütung der Ausbilder (i. H. v. 50 % des Ausbildergehalts) bezuschusst. Handwerksbetriebe mit einem erheblichen Umsatzrückgang – insbesondere bei amtlich angeordneten Betriebsschlie-ßungen – sehen sich bislang häufig gezwungen, für Ausbilderinnen und Ausbilder Kurzarbeitergeld zu beantragen, und sind damit nicht länger anspruchsberechtigt für einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Dies ist insbesondere bei Hand-werksbetrieben ohne Einkünfte während des Lockdowns existenzbedrohend. Zur Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen wird nun künftig auch die Vergütung von haupt- und nebenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Ausbil-dungsbeauftragten durch das Bundesprogramm gefördert werden. Dies gilt auch für ausbildende Geschäftsführer bis zu einer Höhe von 2.500 Euro.
  • Es wird ein einmaliger Sonderzuschuss für Kleinstbetriebe (bis 4 Mitarbeiter), die trotz Betroffenheit vom zweiten Lockdown die Ausbildung 30 Tage aufrecht-erhalten haben, rückwirkend ab November 2020 gezahlt. Betriebe ohne sozial-versicherungspflichtige Beschäftigte können keine Kurzarbeit anmelden und ha-ben daher keinen Anspruch auf den Ausbildungszuschuss zur Verhinderung von Kurzarbeit.
  • Die Höhe der Ausbildungsprämien (plus) für das Ausbildungsjahr 2021/2022 und der Übernahmeprämie wurden jeweils verdoppelt.
  • Die Übernahmeprämie wird auf Fälle der Kündigung aus wichtigem pandemie-bedingtem Grund und einvernehmlichen Aufhebungsvertrag erweitert.
  • Pandemie-bedingt ist die berufsschulische Ausbildung sowie die betriebliche Aus-bildung nach amtlich angeordneten Betriebsschließungen seit nahezu einem Jahr von Einschränkungen oder Ausfällen betroffen. Um die Qualität der dualen Ausbildung und das erforderliche Kompetenzniveau der Auszubildenden den-noch zu gewährleisten, werden Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung künftig im Rahmen der zweiten Förderrichtlinie in Höhe von 50 % (maximal 500 Euro und ein Lehrgang pro Auszubildenden) bezuschusst.

Darüber hinaus sieht das Bundesprogramm künftig folgende Weiterentwicklungen vor:

  • Die Förderleistungen werden für KMU mit bis zu 499 Beschäftigten (bislang 249 Beschäftigten) geöffnet.
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung werden auch während einer Teilnahme an externen Prüfungsvorbereitungskursen gewährt.

 

Überblick über die wesentlichen Änderungen.