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05.01.2021

Die elektronische Krankmeldung kommt

5.1.21 | Der »gelbe Schein« hat ausgedient. Ab sofort wird die Krankmeldung nicht mehr nur in Papierform, sondern auch digital an den Arbeitgeber übermittelt.

Der »gelbe Schein« hat ausgedient: Ab sofort wird die vom Arzt ausgestellte Krankmeldung auf Papier durch eine digitale Bescheinigung ersetzt werden. Diese Neuregelung ist Teil eines umfangreichen Gesetzespakets zum Bürokratieabbau, das der Bundestag Ende 2019 verabschiedet hat.

Wer sich bisher vom Arzt krankschreiben ließ, bekam gleich drei Bescheinigungen: Eine musste an den Arbeitgeber geschickt werden, eine an die Krankenkasse und eine war für die persönlichen Akten bestimmt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits eine Neuregelung auf den Weg gebracht, wonach die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ab dem Jahr 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen digital übermittelt werden. Mit dem neuen Gesetz informiert die jeweilige Kasse im nächsten Schritt den Arbeitgeber elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Bis zum 31. Dezember 2021 müssen Ärzte neben der elektronischen Daten­übermittlung übergangsweise auch noch Papier-Bescheinigungen für den Versicherten und den Arbeitgeber ausstellen. Der Versicherte muss den Durchschlag wie bisher selbst an seinen Arbeitgeber weiterreichen. Ab dem 1. Januar 2022 stellen die Kassen die ihnen von den Vertragsärzten elektronisch übermittelten AU-Daten den Arbeitgebern ebenfalls digital zur Verfügung. Die Verpflichtung, dem Versicherten eine Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit auszuhändigen, bleibt für die Ärzte jedoch bestehen.

Pilotprojekt zeigt, dass das Verfahren funktioniert

Dass das elektronische Verfahren grundsätzlich funktioniert, zeigt ein Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse (TK), an dem sich bundesweit mehr als 600 Ärzte beteiligen: Schon seit 2017 haben TK-Versicherte die Möglichkeit, ihr Attest über den Arzt mittels dessen Praxissoftware digital an die Krankenkasse zu übermitteln. Eine sechsstellige Zahl an Krankschreibungen ist auf diesem Weg bereits bei der TK eingegangen.

Wenn dann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch noch in digitaler Form von der Krankenkasse an den Arbeitgeber weitergeleitet werden, ist der letzte Schritt zur vollständigen Digitalisierung des Verfahrens vollzogen. Bislang sind mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und der TK selbst zwei Arbeitgeber eingebunden, die mit Zustimmung der Versicherten die Krankmeldung elektronisch übermittelt bekommen. So spart sich dann der Arbeitnehmer auch das Einreichen des gelben Scheins beim Arbeitgeber.

Ab dem 1. Januar 2021 soll, was die TK in ihrem Pilotprojekt erprobt hat, flächendeckend umgesetzt werden. Nach einer Übergangsphase soll es dann ab dem 1. Januar 2022 nur noch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geben. Dann ist der »gelbe Schein« endgültig Geschichte.

(Quelle)