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14.12.2020

Zweiter Lockdown trifft auch das Handwerk

14.12.20 | Friseursalons, Kosmetikstudios und ähnliche Betriebe müssen ab 16. Dezember schließen, Kfz-Werkstätten und Bäckereien bleiben dagegen geöffnet.

Das öffentliche Leben in Deutschland wird angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ab dem 16. Dezember drastisch heruntergefahren.

Hilfen für Unternehmen ausgeweitet

Angesichts des harten Lockdowns hatte die Bundesregierung eine umfassende Ausweitung der Corona-Finanzhilfen für Unternehmen angekündigt. Konkret soll bei der Überbrückungshilfe III, die ab Januar gilt, der Höchstbetrag von 200.000 Euro auf 500.000 Euro gesteigert werden. Der maximale Zuschuss ist demnach geplant für direkt und indirekt von Schließungen betroffene Unternehmen. Die Kosten der erweiterten Überbrückungshilfe III werden während eines Monats mit angeordneten Schließungen auf mehr als 11 Milliarden Euro geschätzt. Der seit Wochen weitgehend geschlossenen Gastronomie sollen 75 Prozent des entgangenen Umsatzes erstattet werden.

Friseure müssen schließen

Der Einzelhandel muss ab Mittwoch (16. Dezember) mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf schließen.

Von der Geschäftsschließung ausgenommen sind nach dem Beschluss von Bund und Ländern unter anderem: der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden nach Angaben der Regierung geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar sei.
Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo und Logotherapien sowie Podologie / ärztlich verordnete Fußpflege, bleiben weiter möglich.

Rund 80.000 Friseursalons in Deutschland sind von dem erneuten harten Lockdown betroffen. »Das Friseurhandwerk hat mit einem umfangreichen und konsequent umgesetzten Hygienekonzept bewiesen, dass unsere Dienstleistungen auch in der Corona Pandemie sicher erbracht werden können«, sagte Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung der Politik. »Wir müssen die Maßnahmen hinnehmen, sind jedoch sehr enttäuscht, dass wir nun, in den wichtigsten Wochen für unser Handwerk, erneut schließen müssen.«

Handwerksbetriebe dürfen noch aufgesucht werden

Anders als beim ersten Lockdown dürfen Kunden alle Handwerksbetriebe aufsuchen, die noch öffnen dürfen. Nur Betriebe, die »körpernahe Dienstleistungen« erbringen, müssen schließen. Alle anderen Betriebe dürfen weiterhin öffnen und auch von Kunden besucht werden. Nach derzeitiger Auffassung können demnach auch Fotografen weiterhin ihrer Arbeit nachgehen, wenn sie die üblichen Hygieneregeln beachten.

Details regeln indes die Bundesländer – es ist mit Anpassungen zu rechnen.

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(Quelle)