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24.11.2020

Seiten bald nicht mehr bei Google zu finden

24.11.2020 | Fast jede zweite Handwerker-Webseite könnte ab März 2021 aus den Google-Suchergebnissen fliegen. Wie Betriebe prüfen können, ob sie betroffen sind.

Schon seit Jahren verlieren Webseiten, die nur auf Desktop-Inhalte setzen, im Google-Ranking an Bedeutung. Der Grund: Google berücksichtigt, dass Nutzer inzwischen überwiegend mit dem Smartphone im Netz surfen. Jetzt will das US-Unternehmen endgültig einen Schlussstrich ziehen und Webseiten mit ausschließlich Desktop-Inhalten ab März 2021 aus den Suchergebnissen werfen. Konkret: Ist eine Webseite nicht für mobile Endgeräte optimiert, wird sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr oder nur noch schlecht in den Google-Sucherergebnissen zu finden sein. Das gilt auch für enthaltene Bilder, Videos und andere Inhalte.

Ob eine Seite von der Google-Änderung betroffen ist, lässt sich recht einfach prüfen, indem sie über das Smartphone oder Tablet aufgerufen wird. Muss in die Seite hineingezoomt werden, damit die Texte gut gelesen werden können, ist die Seite nicht responsive – das heißt, das Design passt sich der Bildschirmgröße des Nutzers nicht automatisch an. Google bietet darüber hinaus einen kostenlosen Online-Test an, über den Seitenbetreiber ihren Web-Auftritt auf Mobilfreundlichkeit checken können.

Im Handwerk haben inzwischen 97 Prozent aller Betriebe eine eigene Webseite, so das Ergebnis einer Studie, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Davon dürften rund 45 Prozent nicht mobil optimiert sein, schätzt Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) in Koblenz.

Wer sich ohnehin für einen modernisierten Web-Auftritt entscheidet, dem rät KDH-Experte Krause jedoch direkt alle Bereiche mitzudenken. »Das Handwerk muss sich auf den Weg machen echte digitale Mehrwerte auf ihren Seiten anzubieten.« Dies könnten Angebotskonfiguratoren, Chats, Produktkonfiguratoren, Termintools oder direkt Shopsysteme sein. Die Kunden von heute seien Interaktion und schnelle Lösungen gewöhnt. »Die Webseite fungiert als Knotenpunkt für digitale Kommunikation – von hier aus muss man schnell in die Social Media Kanäle oder Partnerangebote kommen können«, so Krause. Wichtig dabei: die Authentizität des Handwerkers und der Markenkern sollten im Fokus stehen – zudem müsste auch die Vernetzung zu Plattformen berücksichtigt werden.

Unabhängig von Gestaltung und Umfang der Seite sind sich die Experten einig: Es ist wenig ratsam, bei Google kaum noch existent zu sein – zumal bei weitem nicht jeder Besucher die URL direkt eingibt. Wer seine Webseite jetzt also nicht anpasst, riskiert im Netz nur noch stark eingeschränkt gefunden zu werden. Immerhin: die lokalen Google-Suchtreffer dürften unberührt von der Google-Anpassung bestehen bleiben, so Hertnagel von Bergauf Media. »Zumindest dann, wenn der Betrieb einen Eintrag bei Google My Business hat und in Online-Verzeichnissen wie den Gelben Seiten gelistet ist.«  

(Quelle)