Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (© HMWEVW)

29.10.2020

Hessenplan – Weg aus dem Corona-Tief

29.10.20 | Um die durch Corona in Not geratenen Unternehmen zu stabilisieren, präsentiert der Hessenplan drei umfangreiche Hilfsprogramme.

Mit Hilfen für Unternehmen und Ausbildungsplätze, Förderprogrammen zur Wohnraummodernisierung und Anreizen zur Digitalisierung unterstützt die Landesregierung Hessens Wirtschaft bei der Überwindung der Corona-Folgen. Der von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Dienstag vorgestellte Neue Hessenplan für Hessens Wirtschaft umfasst mehr als ein Dutzend Einzelmaßnahmen, die sich auf über eine Milliarde Euro summieren.&nb

  • Der mit bis zu 500 Mio. Euro ausgestattete Hessen-Fonds kann befristete Beteiligungen, Bürgschaften und Haftungsübernahmen für Unternehmen ab 50 Beschäftigte finanzieren. 
  • Für kleinere Unternehmen wird das stark nachgefragte Programm Mikroliquidität um 200 Mio. Euro aufgestockt. Das vergibt Darlehen, die erst in zwei Jahren zurückgezahlt werden müssen und zum Teil erlassen werden können.             
  • Für Unternehmen, an denen bisherige Hilfsprogramme vorbeigingen, ist eine neue Notfallkasse im Umfang von bis zu 50 Mio. Euro vorgesehen.                

Um die Konjunktur zu beleben, sieht der Neue Hessenplan massive Investitionen vor, die besonders die Baubranche und das Handwerk stützen:                   

  • Um 200 Mio. Euro stockt Hessen das Eigenkapital der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Nassauischen Heimstätte Wohnstadt auf. Das hilft Hessens größtem Wohnungsunternehmen, den Bestand bis 2050 klimaneutral zu machen, ohne die Mieter über Gebühr zu belasten.                 
  • Knapp 30 Millionen Euro stehen für ein Sonderprogramm zur Wohnraummodernisierung bereit, das besonders auf hocheffiziente Maßnahmen zielt. »Und diese Fördermittel lösen weitere private Investitionen aus«, sagte Al-Wazir. »Das ist ein Konjunkturprogramm fürs Handwerk und gleichzeitig ein Beitrag gegen die Klimaerhitzung.«                
  • 40 Mio. Euro stellt der Neue Hessenplan für Investitionen zur Belebung von Innenstädten und Ortskernen bereit.                 
  • Bis zu 250 Mio. Euro sind reserviert zur Stabilisierung der öffentlichen Bus- und Bahnnetze, deren Einnahmen während der Corona-Krise eingebrochen sind.    20 Mio. Euro zusätzlich sind eingeplant für kommunale Verkehrsinfrastruktur wie Straßen oder Bus- und Straßenbahnhaltestellen.                 
  • Weitere Mittel sind vorgesehen für Elektro-Ladesäulen, Mobilitätsstationen und die Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur.

Die dritte Dimension des Plans ist die Begleitung des technologisch-ökonomischen Wandels durch                 

  • Stärkung der Berufsausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen über ein Programm zur Verbundausbildung, das im ersten Jahr die Ausbildungsvergütung übernimmt und die Betriebe unterstützt, sich mit Partnern zusammenzutun, wenn sie alleine nicht alle Ausbildungsstationen abdecken können. Dafür sind bis zu 35 Millionen Euro vorgesehen.                 
  • Weiterbildung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz, um KI-Kompetenz in die Unternehmen zu bringen, aber auch Gründungen anzuregen. Dafür sind 20 Mio. Euro vorgesehen.                 
  • Aufstockung des Programms Digitalisierungs-Zuschuss, das kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Anlagen und Abläufe unterstützt. 
  • Mehr Beratung für Start-ups sowie Gründerstipendien. 

»Je innovativer wir sind, desto besser können wir auf unerwartete Entwicklungen und Ereignisse reagieren, desto widerstandsfähiger werden wir gegen zukünftige Krisen«, erläuterte Al-Wazir. Innovationskraft beruhe sowohl auf akademischer als auch beruflicher Bildung, und die Stärkung der dualen Ausbildung diene auch der sozialen Nachhaltigkeit: »Wir lassen nicht zu, dass eine verlorene Generation Corona entsteht. Der Neue Hessenplan sichert unsere Wirtschaft in der gegenwärtigen Krise und gibt ihr gleichzeitig einen kräftigen Schub in Richtung Zukunft.«

(Quelle)