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16.09.2020

Ergebnisse der Sonderumfrage liegen vor

16.9.20 | Im August startete der ZDH eine Sonderumfrage zur Finanzierungssituation der Betriebe in Zeiten von Corona. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Um die Folgen der Corona-Pandemie für die Handwerksbetriebe besser beurteilen
zu können, hat der ZDH in Zusammenarbeit mit Handwerkskammern und Fachverbänden des Handwerks die Betriebe schon mehrfach zu deren Auswirkungen
auf die aktuelle Geschäftstätigkeit befragt.

Mit der sechsten Umfragerunde vom 17. bis zum 31. August 2020 wurde nun
speziell die Finanzierungssituation der Betriebe beleuchtet. Insgesamt haben
sich 2 509 Betriebe an der Befragung beteiligt. Zusätzlich wurden auch die Betriebsberater der Handwerksorganisation um ihre Einschätzung gebeten.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Mehr als die Hälfte der antwortenden Betriebe ist von negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen.
  • Lediglich 3 Prozent der Antwortenden gehen aktuell davon aus, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen.
  • Weniger als ein Drittel der antwortenden Betriebe nutzen aktuell die vom Bund und den Ländern zur Verfügung gestellten Corona-Hilfen.
  • Handwerksbetriebe haben auch in der Zeit vor Corona betriebswirtschaftlich zielführend gearbeitet und pflegen einen vertrauensvollen Kontakt zu ihrer Hausbank. Dies wird in der bestehenden Krisensituation honoriert. So berichten lediglich 9 Prozent der antwortenden Betriebe – außerhalb der Covid-19-Fördermaßnahmen – von Problemen beim Kreditzugang.
  • Bei einem Teil der antwortenden Handwerksbetriebe (42 Prozent) hat sich die Eigenkapitalsituation seit Pandemiebeginn bereits verschlechtert.
  • 80 Prozent der Antwortenden sehen aktuell gleichwohl zumindest keine Gefahr
    der bilanziellen Überschuldung. Zu erwarten ist jedoch, dass die Gefahr
    der bilanziellen Überschuldung zeitverlagert ab dem 4. Quartal 2020 zunehmen
    kann.
  • Knapp 30 Prozent der antwortenden Betriebe sehen einen weiteren Handlungsbedarf für staatliche Hilfsmaßnahmen, die möglichst unbürokratisch
    und schnell beantragt werden können.

Das ausführlich Ergebnis steht hier zum Download bereit.

 

Große Kreativität

Der ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer äußert sich zur sechsten ZDH-Sonderumfrage zu den Auswirkungen von Corona u.a.:

Die Umfrageergebnisse spiegeln vor allem auch die große Kreativität und Flexibilität des Handwerks wider. Die Betriebe versuchen nach Kräften, sich am Markt zu halten. Den Kopf in den Sand zu stecken, das zeigt diese Umfrage einmal mehr, das ist nicht die Sache von Handwerkerinnen und Handwerkern. Auf die Pandemie reagieren sie ganz überwiegend anpackend und immer mit dem Ziel, ihren Betrieb und ihre Mitarbeiter zu halten. Dafür werden Produktionen angepasst,  Geschäftsmodelle weiterentwickelt oder ganz neu aufgesetzt. Und ergänzend dazu werden auch die Unterstützungsmaßnahmen genutzt oder finanzielle Mittel oder Kredite beantragt. Diese Flexibilität und dieser Mix aus Aktivitäten und Instrumenten macht das Handwerk nach wie vor – selbst in der Krise – zu einem Stabilitätsanker. Umso mehr, als zahlreiche Handwerke das Land während der Pandemiemonate am Laufen gehalten haben: etwa im Bereich Reinigung und Desinfektion, in der Lebensmittelversorgung oder bei technischen Wartungen.

Seine ganze Stellungnahme ist hier zu finden.