Meisterinnen - Frauen. Können. Handwerk.
Ausstellung in der Handwerkskammer zeigt Leistung von Meisterinnen
Was haben ein U-Boot aus Kupferrohr, eine Hochsteckfrisur, dekorative Wandelemente und eine hydraulische Werkstattpresse gemeinsam? Dies alles sind Arbeiten von jungen Frauen, die eine Meisterprüfung im Handwerk abgelegt haben. Ihre Meisterstücke und die persönlichen Geschichten dahinter stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung der Handwerkskammer Kassel. Unter dem Titel »Meisterinnen – Frauen. Können. Handwerk.« ist sie von 13. Februar bis 13. März in der HANDWERKSFORM am Scheidemannplatz zu sehen. Zur Eröffnung mit Kammerpräsident Frank Dittmar am Donnerstag, 12. Februar, um 18 Uhr sind alle Interessierten willkommen. Dabei gibt es auch Gelegenheit, mit den beteiligten Meisterinnen ins Gespräch zu kommen.
Die Ausstellung zeigt die Lebens- und Karrierewege von elf Handwerkerinnen auf – von der Ausbildung über die Qualifikation zur Meisterin bis hin zur Unternehmensführung. Ob Friseurin, Installateur- und Heizungsbauerin, Land- und Baumaschinenmechatronikerin, Malerin, Modellbauerin, Tischlerin, Zahntechnikerin oder Zimmerin: Anhand von Bildern, Texten und eigenen Werkstücken geben die Frauen Einblicke, wie sie in ihr jeweiliges Handwerk gefunden haben, welche Erfahrungen sie dort machen und warum sie Meisterinnen geworden sind.
In vielen Handwerksberufen ist beim Frauenanteil noch Luft nach oben. Im Bezirk der Handwerkskammer Kassel, der Nord-, Ost und Mittelhessen umfasst, waren im vergangenen Jahr 19,7 Prozent der neuen Auszubildenden weiblich. Der Frauenanteil bei den 474 abgelegten Meisterprüfungen lag bei 6,3 Prozent. »Mit der Ausstellung wollen wir die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigen, die das Handwerk Frauen bietet, und gleichzeitig deutlich machen, wie sehr Frauen zu einem starken Handwerk beitragen«, sagt Kammerpräsident Frank Dittmar.
Aus den Porträts aller elf Handwerkerinnen geht die Leidenschaft hervor, mit der sie ihren Beruf ausüben. Lea Kaletsch aus Rauschenberg (Kreis Marburg-Biedenkopf) hebt die „Mischung aus Kreativität, technischem Verständnis und Problemlösungsfähigkeiten“ hervor, die in ihrem Handwerk gefragt sei. Als Antrieb für die Qualifikation zur Meisterin nennen die Frauen die eigene Wissbegierde und den Wunsch, ihr Know-how anderen jungen Menschen in der Ausbildung weiterzugeben, sowie die mit dem Meistertitel verbundene Möglichkeit, sich selbstständig zu machen.
Auch Tipps für andere Frauen formulieren die elf Meisterinnen. So sagt etwa Sophia Pfalzgraf, die mit 25 Jahren den Heizungsbaubetrieb ihrer Familie in Ottrau (Schwalm-Eder-Kreis) übernommen hat: »Gerade in männerdominierten Handwerksberufen in der Unterzahl zu sein, braucht einem keine Sorgen zu machen: Die meisten Menschen erkennen schnell, wenn man Willen und Leistungsbereitschaft hat und wirklich etwas bewegen will – alleine das zählt.«
Meisterinnen – Frauen. Können. Handwerk.
Eröffnung am Donnerstag, 12. Februar, 18 Uhr, in der HANDWERKSFORM, Scheidemannplatz 2. Anschließend geöffnet bis 13. März: jeweils montags bis donnerstags 10 bis 16 Uhr, freitags bis 15.30 Uhr. Eintritt frei.