Handwerkskonjunktur kommt nicht in Schwung

Ergebnisse der Sommer-Konjunkturumfrage 2025

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Die nord-, ost- und mittelhessischen Handwerksbetriebe blicken laut Sommerumfrage der Handwerkskammer Kassel auf ein durchwachsenes zweites Quartal 2025 zurück. Zwar zeigt sich eine leichte Verbesserung gegenüber dem schwachen Jahresauftakt, doch eine nachhaltige Erholung ist nicht in Sicht. Kammerpräsident Frank Dittmar betont, dass viele Betriebe verunsichert seien und erst ab 2026 mit positiven Impulsen durch angekündigte Wachstumspakete und Bürokratieabbau zu rechnen sei.

Laut der aktuellen Konjunkturerhebung bewerten 38,1 % der Betriebe ihre Geschäftslage als »gut« – ein Anstieg um 4,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal. Gleichzeitig sank der Anteil negativer Bewertungen von 15,7 % auf 11,6 %. 57 % erwarten eine gleichbleibende Geschäftslage. Die Erwartungen für die kommenden drei Monate trüben sich jedoch erneut ein. Der Geschäftsklimaindex liegt mit 109,6 Punkten weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt (112,1) und fast auf dem Niveau des Vorquartals (110,5).

Bei der Auftragslage zeigen sich gemischte Signale: 21,6 % der Betriebe berichten von steigenden Auftragseingängen – ein Plus von 3,5 Prozentpunkten. Gleichzeitig melden jedoch 26 % rückläufige Aufträge. Die Erwartungen bleiben insgesamt verhalten.

Positiver entwickelt sich die Kapazitätsauslastung: Diese lag Ende Juni bei durchschnittlich 80,2 % (Vorquartal: 76,8 %). Die durchschnittliche Auftragsreichweite reduzierte sich hingegen leicht auf 8,4 Wochen (Vorquartal: 9,4 Wochen).

Trotz höherer Auslastung bleibt die Umsatzlage angespannt: Nur 21,7 % der Betriebe berichten von steigenden Umsätzen (Vorjahr: 28 %), während 28,3 % rückläufige Umsätze verzeichnen. Immerhin hat sich der Preisdruck abgeschwächt: Weniger Betriebe klagen über gestiegene Energie- und Materialpreise.

Die Beschäftigungsentwicklung ist ebenfalls schwach: 10,6 % der Betriebe stellten neues Personal ein, 13,3 % verringerten ihre Belegschaft. Bei den Investitionen herrscht Zurückhaltung – lediglich 10 % planen eine Erhöhung.

Dittmar kritisiert zudem das Ausbleiben einer Stromsteuerentlastung für energieintensive Handwerksbranchen. Dies habe unnötig Vertrauen zerstört. Gerade in unsicheren Zeiten seien Verlässlichkeit und Planungssicherheit entscheidend für Investitionsentscheidungen. Die aktuelle Umfrage zeigt insgesamt kein klares Bild, sondern ein wirtschaftliches Umfeld voller Unsicherheiten und Risiken.

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