Abfall

Eine Reduzierung der Abfallmengen ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Schonung wertvoller Ressourcen – eine effiziente Produktion schont auch den Geldbeutel.

In jedem produzierenden Betrieb fallen Abfälle an, die sich nicht vermeiden lassen. Eine Reduzierung der Abfallmengen ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Schonung wertvoller Ressourcen – eine effiziente Produktion schont auch den Geldbeutel. Vor allen in Betrieben der Baubranche fallen regelmäßig große Abfallmengen an, die transportiert und entsorgt werden müssen. Für viele betriebliche Abläufe im Umgang mit Abfällen gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen. Je nach dem, in welchem Bereich Ihr Betrieb tätig ist, treffen unterschiedliche Regelwerke zu. Die Spannweite reicht von EU-Richtlinien über Bundesgesetze bis zum Landesrecht. Wir informieren Sie hierzu gerne.

Das europäische Abfallrecht sieht eine fünfstufige Abfallhierarchie vor, mit der die Wiederverwertung gesteigert und die Deponierung von Restabfällen auf ein Minimum reduziert werden soll.

  • Vermeiden von Abfällen
  • Vorbereitung zur Wiederverwertung
  • Recycling
  • energetische Verwertung
  • Beseitigung

Diese EU-Vorgaben spiegeln sich unmittelbar in Bundes- und Landesgesetzen wieder, die im Unternehmen umgesetzt werden müssen.

Norbert  Quast

Norbert Quast
Beratung für Bau, Energie und Umweltschutz

Telefon 0561 7888-175
norbert.quast@hwk-kassel.de

Abfalltransporte sind anzeige- oder erlaubnispflichtig

Seit Juni 2014 müssen alle Betriebe ihre Tätigkeit als Beförderer von Abfällen bei ihrem zuständigen Regierungspräsidium anzeigen, wenn sie

  • mehr als 20 Tonnen ungefährlichen Abfall oder
  • mehr als zwei Tonnen gefährliche Abfälle pro Kalenderjahr transportieren.

Diese Anzeige- und Erlaubnispflicht wird in der durch die Abfall Anzeige- und Erlaubnisverordnung (AbfAEV) sowie dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. Die Anzeige kann entweder mit einem Formular in Papierform oder über das Internetportal des Landes Hessen erfolgen. Die Abgabe eines Formulars kostet ca. 50 Euro, die elektronische Registrierung ist kostenfrei.
Die Bestätigung der Anzeige oder die erteilte Erlaubnis muss in dem Transportfahrzeug zumindest als Kopie mitgeführt werden.

Kennzeichnungspflicht

Alle Fahrzeuge eines Betriebes, mit denen Abfälle transportiert werden, müssen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) mit zwei reflektierenden weißen Tafeln mit einem großen „A“ (A-Schild) gekennzeichnet sein.

Verpackungsverordnung

Hersteller und Vertreiber von Verkaufsverpackungen müssen nachweisen, dass sie einen Dritten beauftragt haben Verpackungen zurück zu nehmen oder müssen Verpackungen selber zurück nehmen und sie entsprechend verwerten. Von dieser Verordnung sind nur wenige Handwerksbetriebe betroffen, die selber Waren mit Verkaufsverpackungen herstellen und vertreiben.

Gewerbeabfälle

Die aktuelle Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) sieht vor, dass gewerbliche Abfälle nach Abfallstoffen, wie Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Bioabfälle und sonstige Wertstoffe getrennt sortiert werden sollen.

Bau- und Abbruchabfälle sollen feingliedrig getrennt gesammelt und befördert werden:

  • Glas
  • Kunststoff
  • Metalle einschließlich Legierungen
  • Beton, Ziegel und Keramik als mineralischen Bauschutt ohne gefährliche Inhaltsstoffe

Durch die getrennte Sammlung und Beförderung sollen Vermischungen und Verunreinigungen der Abfallstoffe verhindert und die Recyclingquote kontinuierlich erhöht werden. Erzeuger und Besitzer von Abfällen müssen ihre Pflicht zur getrennten Sammlung dokumentieren und auf Nachfrage vorlegen.

Elektrogeräte

Geschäfte mit mehr als 400 m² Verkaufsfläche sollen nach dem Elektro- und Elektronikgesetz (ElektroG) Großgeräte bei Neukauf eines vergleichbaren Gerätes zurücknehmen (1:1 Rücknahme). Kleingeräte mit Kantenlänge kleiner 25 cm müssen vom Handel immer zurückgenommen werden (0:1 Rücknahme). Diese Rücknahmepflichten betreffen überwiegend Handelsketten. Die im Gesetz beschriebenen Entsorgungswege sind jedoch auch von Handwerksbetrieben einzuhalten, die freiwillig Elektrogeräte (z. B. Haushaltsgeräte) zurücknehmen. Geräte müssen an öffentlich-rechtliche Entsorger oder Bevollmächtigte der Hersteller übergeben werden.

_________________________________________________________________

Diese Beratungsstelle ist eine vom Land Hessen und durch EFRE-Mittel geförderte Sonderberatungsstelle des Hessischen Handwerks.