Jung und aktiv bis ins hohe Alter

Das Lebensgefühl der Generation 45plus

45 Jahre sind nun wirklich noch kein Alter. Aber früher oder später der Beginn der zweiten Lebenshälfte. Da es in Zukunft immer mehr Menschen dieses Alters geben wird, ist es interessant zu wissen, was sie fühlen, was sie denken und was ihnen wichtig ist. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hat dazu 1211 Personen über 45 Jahren befragt und Überraschendes herausgefunden.

Beim Wetter wird von der "gefühlten Temperatur" gesprochen. Beim Seniorenmarketing auch schon mal vom "gefühlten Alter". Werden Menschen ab 45 danach gefragt, so ziehen sie von den gelebten Jahren im Durchschnitt zehn Jahre ab. Überhaupt sei man erst ab 74 richtig alt, sagen sie. Und wer schon über 70 ist, für den beginnt das Alter vorsichtshalber erst mit 76. Und was heißt "alt"? - "Reif und weise zu sein", meinen mehr als 80 Prozent der Befragten.

Je älter, desto jünger

Je älter die Menschen sind, desto jünger möchten sie sein, wenn sie sich ihr Alter aussuchen könnten. Um-die-50-Jährige wollen gerne noch mal Mitte 30 sein, Um-die-60-Jährige Mitte 40, Ende-60-Jährige sehnen sich in die Endvierziger zurück und Über-70-Jährige in ihre frühen 50er Jahre. Aber als Twen oder Teenie will niemand mehr durchs Leben gehen.

Jung bleiben ist im Trend

"Welcher Begriff beschreibt Ihren eigenen Lebensabschnitt am besten?" - "Jung geblieben", antworten mehr als drei Viertel aller Befragten. 60 Prozent der Über-45-Jährigen können sich auch mit der Formulierung "ich bin im mittleren Lebensabschnitt" oder "im besten Alter" anfreunden. Aber nur 34 Prozent wollen etwas von der Bezeichnung "Senior" wissen. Je jünger die Befragten, desto häufiger denken sie, dass der Höhepunkt des Lebens sowieso erst noch kommt. Sogar 17 Prozent der 56-bis-65-Jährigen sind noch dieser Meinung, und 27 Prozent der Bis-55-Jährigen denken das auch.

Wichtige Themen im Alter

Was den Menschen ab 45 wirklich am Herzen liegt, sind Familie und Gesundheit, gefolgt von Partnerschaft. Weiterhin haben sie ein starkes Bedürfnis, bei aktuellen Themen mitreden zu können, was mit dem Alter sogar noch zunimmt. Dafür das Internet zu nutzen, spielt in der Gruppe der Befragten eine eher untergeordnete Rolle. Das Interesse ist zwar da, aber nur 15 Prozent der 45-bis-55-Jährigen surfen regelmäßig, ab einem höheren Alter liegt die Zahl der Surfer sogar unter 10 Prozent. Auch die Handynutzung nimmt mit zunehmenden Lebensjahren ab, aber immerhin rund 40 Prozent der 45-bis-55-Jährigen telefonieren hin und wieder mobil.

Aktion gefragt

Vom "Nichtstun" wollen die jungen Alten nichts wissen. Schöne Reisen stehen auch im Ruhestand hoch im Kurs. Auch das Auto spielt für gut drei Viertel der Interviewpartner eine wichtige Rolle. Übrigens: Auf die Frage "Angenommen, Sie könnten noch einmal von vorne anfangen, welche Berufe würden Sie dann reizen?" antworten 43 Prozent der Befragten, dass sie gerne Handwerksmeister mit eigenem Betrieb wären.

(Quelle: HWK Stuttgart)

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