Konjunkturbericht 4. Quartal 2011: Handwerk sieht 2012 mit Optimismus entgegen. Hohes Umsatzplus in 2011
26.01.2012
„Das Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Auch das Jahresschlussquartal 2011 verlief für unsere über 16.000 Betriebe trotz leichter saisonaler Eintrübungen außerordentlich gut und wir gehen dem Jahr 2012, trotz schlechter werdender Rahmenbedingungen - sehr zuversichtlich entgegen,“ so Heinrich Gringel, Präsident der Kasseler Handwerkskammer, bei der Vorstellung der aktuellen Herbstumfrage, die heute in der Kasseler Bank in Kassel präsentiert wurde. „Für das Gesamtjahr 2011 hat das Handwerk im Kammerbezirk Kassel nach unseren vorläufigen Berechnungen 5,5 Prozent mehr Umsatz erzielt (auf 8,1 Mrd. Euro). Ende des Jahres waren 86.200 Personen im Handwerk beschäftigt, das waren 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist ein hervorragendes Ergebnis, was niemand erwartet hat. Für 2012 erwarten wir einen Umsatzanstieg von 2 Prozent bei gleichbleibender Beschäftigung.“
Die aktuelle Geschäftslage wurde im letzten Quartal des Jahres von 84,4 Prozent der Handwerksbetriebe mit gut oder befriedigend bewertet, die Vorjahresergebnisse waren schwächer (81,9 Prozent), lediglich 15,6 Prozent (Vj: 17,7 Prozent) zeigten sich unzufrieden. Damit lag die wirt-schaftliche Einschätzung auf dem sehr guten Herbstniveau, was sicherlich auch mit der milden Wit-terung zu tun hatte. Auch die zukünftige Geschäftslage, bezogen auf die kommenden drei Monate, wird sehr optimistisch eingeschätzt: 25,8 Prozent der Befragten erwarten für den Zeitraum Januar bis März gute und 53,8 Prozent befriedigende Geschäfte. Diese Werte sind ebenfalls besser als vor zwölf Monaten (22,1 bzw. 55,1 Prozent), aber saisonbedingt schwächer als im Vorquartal. Das hatte zur Folge, dass der Geschäftsklimaindex gegenüber dem Winter 2010 weiter steigen konnte und zwar um 2,4 Punkte auf einen Wert von 115,3 Punkten. Gemessen an den letztjährigen Winterwerten ist das ein „Allzeithoch“.
Gute Konjunktur nicht in allen Handwerksbranchen; Gesundheitshandwerke mit Sorgen
Vor allem die industriellen Zulieferer und das Ausbaugewerbe prägten das gute Gesamtergebnis. Die Betriebe des Bauhauptgewerbes zeigten sich ebenfalls überaus zufrieden, die milde Witterung hat sicherlich dazu beigetragen, und das Kfz-Handwerk setzte seinen Aufwärtstrend abermals fort. Schlechter als der Durchschnitt des Gesamthandwerks bewerteten die stark von der Binnennachfrage abhängigen privaten Dienstleister (u.a. Friseure, Kosmetiker, Goldschmiede) ihre Geschäftslage, aber auch hier gab es im Jahresvergleich Verbesserungen. Am schwächsten wurde die konjunkturelle Situation im Gesundheitshandwerk eingeschätzt.
Harte Konjunkturindikatoren weniger dynamisch
Die seit längerer Zeit zu beobachtende Beschäftigtenaufbau konnte sich aus saisonalen Gründen nicht fortsetzen, und die Betriebe mussten ihr Personal etwas reduzieren: 15,2 Prozent der Handwerksbetriebe beschäftigte zum Ende des Jahres weniger Personal als im Vorquartal, andererseits stellte knapp jeder Zehnte weiteres Personal ein.
Die gute Gesamtlage spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung wider. Zwar waren saisonale Erlösrückgänge zu verzeichnen, doch immerhin 74,1 Prozent der Befragten sprachen von steigenden beziehungsweise gleichbleibenden Umsätzen - gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das eine weitere Verbesserung. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den Aufträgen: Gut jeder fünfte Betrieb (20,6 Prozent) konnte gegenüber dem Vorquartal weitere Zuwächse verbuchen, bei 50,6 Prozent blieb er auf dem Niveau des Vorquartals, was ein Plus von 1,2 Prozentpunkten zum Vorjahr bedeutet. Weniger gut verlief die Entwicklung der durchschnittlichen Auftragsreichweite: Sie lag in den Monaten Oktober bis Dezember bei 5,5 Wochen. Gegenüber dem Winterwert 2010 ein Minus von 0,9 Wochen. Zufrieden waren die Betriebsinhaber auch mit ihrer Betriebsauslastung: Mit 77 Prozent waren die Handwerksbetriebe für ein Winterquartal gut ausgelastet, mehr als jeder vierte Betrieb sprach sogar von Vollauslastung.
Sorgen bereiteten den Handwerkern die steigenden Einkaufspreise für Rohstoffe, Materialien und Energie. Knapp 40 Prozent gaben an, dadurch höhere Ausgaben gehabt zu haben, mit der Folge, dass auch weniger Betriebe als im Vorjahr ihre Investitionen erhöht haben.
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