Was ist Handwerk?
Das Lexikon beschreibt den Begriff Handwerk wie folgt:
Ein Berufsstand und eine Organisationsform der gewerblichen Wirtschaft; rechtlich alle in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragenen Betriebe. Die wichtigsten Merkmale des Handwerks sind:
- der Handwerksmeister ist Unternehmer, Kapitalgeber und erster Arbeiter zugleich;
- geringer Kapitalbedarf, weil arbeitsintensiv (Maschinenverwendung relativ unbedeutend);
- keine Massen-, sondern in der Regel Einzelproduktion auf Bestellung (deswegen nur geringe Arbeitsteilung);
- auf den Ort beschränkter Kundenkreis (meist Kleinbetrieb).
Eine Sonderstellung nimmt das Großhandwerk (Bau- und Zimmerhandwerk) ein: Neben Gesellen und Auszubildenden wird eine große Zahl von Hilfsarbeitern beschäftigt.
(Quelle: www.wissen.de)
Wir beschreiben das Handwerk so:
Was Handwerk ist und wer sich in einem Handwerksberuf selbstständig machen darf, ist in der Handwerksordnung (HwO) und den Anlagen zur HwO festgelegt. Sie regelt auch die Grundlagen der Berufsbildung und die Organisationsstrukturen im Handwerk.
Die Handwerksordnung ist ein Bundesgesetz und stellt ein Spezialgesetz zur Gewerbeordnung dar. Das Handwerk wird danach in zulassungspflichtige, bzw. zulassungsfreie Handwerke, sowie handwerksähnliche Gewerbe unterschieden. Damit ein Gewerbe zum Handwerk gehört, müssen grundsätzlich zwei Voraussetzungen erfüllt sein:
Das Gewerbe wird handwerksmäßig bzw. handwerksähnlich betrieben. Das heißt: Eine Dienstleistung oder ein Produkt wird individuell und unmittelbar für den Verbraucher hergestellt.
Das Gewerbe ist in einer der Anlagen der Handwerksordnung als zulassungspflichtiges Handwerk, zulassungsfreies Handwerk oder handwerksähnliches Gewerbe aufgeführt.
Auf eine weiterführende Definition des Handwerks hat der deutsche Gesetzgeber verzichtet. Ob ein Betrieb zum Handwerk gehört, hängt weder von der Größe des Betriebs noch von der Zahl der Beschäftigten, sondern von den betrieblichen und tatsächlichen Gegebenheiten ab. Das Handwerk erhält dadurch Raum, flexibel auf wirtschaftliche und technische Entwicklungen zu reagieren.
Das Handwerk ist einer der vielseitigsten und bedeutsamsten Wirtschaftsfaktoren in der Bundesrepublik Deutschland. Es bildet mit seinen kleinen und mittleren Betrieben das Kernstück der deutschen Wirtschaft.
In rund 923.000 Betrieben in Deutschland arbeiten mehr als 4,8 Millionen Menschen, fast 480.000 Lehrlinge erhalten dort eine qualifizierte Ausbildung.
Damit sind 12,4 Prozent aller Erwerbstätigen und 30,7 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig. Im Jahr 2005 erreichte der Umsatz im Handwerk rund 456 Milliarden Euro. Ob für Privatverbraucher, Industrie, Handel oder die öffentliche Hand - das deutsche Handwerk bietet ein breites und qualitativ hochwertiges Angebot an Waren und Dienstleistungen an. Mit Flexibilität und Kreativität erfüllt es individuelle Kundenwünsche.
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