"Wer die Wahl hat, hat die Qual" - Wie finden Betriebe den richtigen AZUBI?

Der Erfolg einer Berufsausbildung hängt nicht zuletzt davon ab, dass der Auszubildende mit seinem Profil, seinen Stärken und Schwächen, zum ausbildenden Betrieb, zu dessen Ausrichtung und Anforderungen passt. Hier einige Hinweise, wie sie den richtigen Lehrling für ihr Unternehmen auswählen:

Beginnen sie möglichst früh mit der Suche, das heißt schon zu Beginn des Jahres. Erste Anlaufstelle ist die Berufsberatung des Arbeitsamtes. Schalten sie auch Anzeigen und nutzen sie das Internet, um einen geeigneten Bewerber zu finden.

Sind die Bewerbungen eingegangen, wählen sie auf Grundlage der Unterlagen sorgfältig aus. Prüfen sie die Unterlagen auf Vollständigkeit, äußere Form und Inhalt. Bewerten sie die Zeugnisse unter zweckmäßigen Aspekten. Die Neigungen des Bewerbers sollten zum Anforderungsprofil des Berufsbildes passen. Noten sind zwar nie völlig objektiv, geben aber immer Hinweise auf Interessen und Fähigkeiten.
Für eine erfolgreiche Ausbildung sind persönliche Arbeitshaltungen und Motivation oft entscheidender als der Notendurchschnitt. Leistungsvermögen, Lernbereitschaft, Einsatzfreude und praktische Begabung sind aber aus den Schulnoten schwer abzulesen. Achten sie deshalb, ob Hinweise wie unentschuldigte Fehltage im Zeugnis vermerkt sind.

Legen sie die Maßstäbe an die schriftliche Bewerbung nicht zu hoch, der persönliche Kontakt verschafft einen genaueren Eindruck. Laden sie dazu die ausgewählten Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein.
Bewerbungsunterlagen, die sie nicht mehr benötigen, senden sie mit einer Absage an den Bewerber zurück.

Ziel des Vorstellungsgespräches ist es, herauszufinden, ob sie und der Bewerber für das Ausbildungsverhältnis zueinander passen. Erfragen Sie also das Interesse an Beruf und Betrieb, versuchen Sie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Stellen sie ihre Fragen möglichst unabhängig vom ersten Eindruck., den der Bewerber macht. Verwenden Sie eher kurze Fragen, die so gestellt sind, dass sie nicht nur mit JA oder NEIN zu beantworten sind. Schaffen sie eine entspannte Atmosphäre, so dass nicht der Eindruck eines Verhör entsteht. Ermuntern sie ihr Gegenüber, auch Fragen zu stellen.

Und so könnte ein Vorstellungsgespräch verlaufen:
- Begrüßung und einleitende Worte
- Fragen zur Bewerbung und zur Betriebswahl
- Fragen zur Schule
- Persönlicher und familiärer Hintergrund
- Informationen über den Betrieb
- Informationen über den Ausbildungsplatz und seine Anforderungen
- Fragen des Bewerbers
-  Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung.

Ergänzend zum Vorstellungsgespräch ist bei einigen Berufen ein Einstellungstest zu empfehlen, insbesondere wenn Einstellungsvoraussetzungen für eine Berufsausbildung klar formuliert werden können (z.B. feinmotorisches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, definiertes Basiswissen). Erkundigen Sie sich bei ihrer Innung oder dem Fachverband, ob Testvorlagen bereits erarbeitet sind. 

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