Das Jahr 2009 hat es erneut gezeigt: Das Handwerk ist der stabile Faktor unserer Wirtschaft, auch in schwierigen Zeiten. Seine Betriebe schaffen und erhalten Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Sie halten die regionalen Wirtschaftskreisläufe am Laufen. Sie sichern unsere Lebensqualität. Energieeinsparung und Umweltschutz sind ohne sie nicht denkbar.
Dennoch lässt der Ruf des Handwerks zu wünschen übrig. Auch wenn es, vor allem bei älteren Menschen, ein gutes Ansehen genießt, verliert das Handwerk für viele Jungendliche zunehmend an Kontur. Viele Berufe werden nicht mehr als Teil des Handwerks wahrgenommen. Infolgedessen werden seine Größe und seine Bedeutung unterschätzt. Um das zu ändern, startet das Handwerk eine Imagekampagne. Bundesweit. Aufsehenerregend. Selbstverständlich sind auch die Handwerkskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaften in Nord-, Ost- und Mittelhessen bei dieser einzigartigen Kampagne mit dabei. Der Slogan der Kampagne lautet: „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht von nebenan.“
Auftakt ist die Ausstrahlung eines TV-Spots, der am 16. Januar zeitgleich um 20:14 Uhr auf allen privaten Sendern zu sehen ist. Der Film erzählt ebenso beeindruckend wie humorvoll, wie ein Leben ohne Handwerk – das heißt: ohne Zivilisation – aussehen würde. „Als die Wirtschaftsmacht von nebenan werden wir uns künftig auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit präsentieren – in Zeitungen, in Werbefilmen für Fernsehen und Kino, via Internet und auf Plakaten. Mit überraschenden Aussagen und vielen Informationen wollen wir das Image des Handwerks auf Hochglanz bringen“, sagte Andreas Klaeger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel. Entstaubt, geschliffen und frisch poliert – so präsentiert sich das neue Image des deutschen Handwerks. „Mit frischen und humorvollen Motiven werden wir zeigen, dass in Deutschland nichts ohne das Handwerk geht. Das Handwerk ist eine Wirtschaftsmacht – aber sympathisch“.
„Da vor allem Jugendliche beim Handwerk Modernität vermissen und den Betrieben deshalb wenig Zukunftschancen geben, wurden ergänzend Kampagnenmotive in einem ganz eigenen Look konzipiert“, führte Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer, aus. Mit frechen Sprüchen und auffälligen Motiven sollen junge Menschen auf das Handwerk aufmerksam gemacht werden. „Die Jugendmotive zeigen, dass das Handwerk keinesfalls verstaubt und altmodisch ist. Die Kampagne will Lust auf eine Ausbildung im Handwerk machen.“ Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaften werden die Kampagne vor Ort umsetzen und mit zahlreichen und vielfältigen Aktionen mit Leben füllen.
Damit die Imagekampagne ein Erfolg wird, reicht das allerdings nicht aus. „Deshalb muss sich das deutsche Handwerk in seiner vollen Größe präsentieren und gemeinsam hinter der Kampagne stehen“, so Gringel weiter. „Dies gilt natürlich auch für das Handwerk in unserem Kammerbezirk.“ Alle Betriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen – die Unternehmerinnen und Unternehmer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – seien aufgerufen, die Imagekampagne im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. „Sie sind die eigentlichen Botschafter der Kampagne. Und je mehr mitmachen, desto schlagkräftiger wird die Kampagne sein“, konstatierte Gringel. Deshalb lautete sein Appell: „Machen Sie mit und vertreten Sie unser gemeinsames Anliegen.“ Dazu bekommt jeder Betrieb Anfang Februar ein Starterpaket mit Plakaten und Aufklebern von der Kammer.
Das breite Interesse und Engagement aus dem Handwerk, das die Kampagne bereits vor dem Start hervorgerufen hat, wertet Gringel als ein gutes Signal. „Es zeigt den Willen des Handwerks, ein deutliches Zeichen zu setzen: Ein Zeichen unserer Stärke, ein Zeichen unserer Leistungsfähigkeit, ein Zeichen unserer Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland, ein Zeichen für unsere Zusammengehörigkeit.
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